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Neu trifft Tradition • EXPOVITA 2016

EXPOVITA 2016Die Expovita-Regatta ist eine der traditions­reichen Regatten in Sachsen und findet seit 1974 auf dem Kulkwitzer See statt. Ihren Namen hat sie von der ehemaligen Sport- und Freizeit­messe „Expovita“ die damals jährlich im Herbst in Leipzig statt­fand. Nach Einstellung der Messe­aktivitäten wurde die Regatta vom „Regionalem Seglerverband Sachsen-West“ weiter veran­staltet, trägt aber bis heute noch das Marken­logo und den Namen der Messe als unverwechsel­bares Erkennungs­zeichen.
Die Regatta ist von Beginn an im stetigen Wandel. Ich selbst kann mich noch aus meiner Kindheit an eine Expovita in den siebziger Jahren erinnern, an der die damals nagelneue Regatta­version der Ixylon ihr Debüt hatte. Es war eine windige Regatta und ich habe 420er vor Augen, die mit breiter Bugwelle in Gleit­fahrt über Schaum­kronen des noch jungen Kulkwitzer Sees rauschten. Das hat mich damals sehr beein­druckt. Zusätzlich waren auch einige Cadets am Start, die weniger kenterten als die 420er. Die Regatta wurde an der Ostseite des Sees veranstaltet und der Wasser­stand war noch sehr tief.
In den 90ern sind dann die Ixylons aus dem Klassen­port­folio der Expovita verschwunden und vor der Jahr­tausend­wende hielt der olympische Laser den Einzug. Er war damit die erste Olympische Klasse, die die Expovita bereicherte. Der Cadet wurde zur Expovita vereinzelt noch bis Anfang der nächsten Dekade gesegelt.
Seit der Jahr­tausend­wende ist die Expovita haupt­sächlich von den Klassen Optimist, Laser, 420er und Pirat geprägt. Oft fuhren bis zu 60 Boote auf dem vergleichsweise kleinen See, auf dem ein tradi­tioneller olympischer Drei­ecks­kurs mit der Besonderheit „Zusatzdreieck“ gesegelt wird. Das Zusatz­dreieck für alle Klassen außer den Optis ist ein Tribut an die nötige Bahn­länge.
Die Melde­zahlen bei den Piraten gehen mittler­weile langsam zurück, aber seit 2015 entwickelt der SVLSW als erster Verein in Sachsen mit dem 29er-Skiff eine seit 1998 national und inter­national wachsende Jugend­klasse, die wie der 420er eine Vorbereitungs­klasse auf eine olympisch gesegelte Klasse ist (420er->470er; 29er->49er). Dieses Jugend-Skiff stellt neue Heraus­forderungen an die Um­steiger, die in Sachsen haupt­sächlich aus dem Optimisten, aber auch aus Cadet und 420er kommen. Das Meistern der Heraus­forderungen wird mit attraktiven Bildern für die Zuschauer und viel Segelspaß für die Segler belohnt. 2016 waren drei aktiv segelnde 29er-Crews des SVLSW auf 29er Regatten in Berlin, Leipzig (Lipsiade), Bayern und den Niederlanden (IDM) unterwegs und so ergaben sich vereinsintern Überlegungen die 29er-Klasse zukünftig auch in die Traditions­regatta Expovita zu inte­grieren. Aus der Erfahrung vieler erfolgreich veranstal­teter Expovita-Regatten heraus wusste das Regattateam, dass die Kapazitäts­grenze des Sees mit ca. 60 Booten erreicht wird, wenn das Start­verfahren und das Timing auf dem Wasser beibe­halten werden.
So wurde die Expovita 2016 zu einer General­probe der Integration der 29er-Klasse in die Regatta. Es gab einige wesentliche Änderungen im Ablauf auf dem Wasser. Der Dreieckskurs wurde um einem modernen „Up and Down“ Kurs mit Luv-Ablauftonne und Lee-Tor ergänzt. Diese Bahn­variante wird aktuell auch in den olympischen Segelwettbewerben von einigen Klassen gefahren. Weiterhin wurden Start und Ziellinie kombiniert von einem fest liegenden Wett­fahrt­leitungs­boot kontrolliert. Damit wurden zwei Ziele verfolgt. Der Up an Down Kurs ermöglicht Klassen, die mit Gennaker statt Spinnaker fahren, auch auf dem Vor­wind­kurs das ganze Regatta­spiel­feld taktisch zu nutzen. Das fest­liegende Start­schiff spart Zeit, die für mehr Wettfahrten genutzt werden kann. So war es möglich, dass die 29er an dem Regattawochenende sieben Wettfahrten fahren konnten, während in den Klassen Optimist, Laser, 420er und Pirat weiterhin fünf Läufe gesegelt wurden.
Insgesamt gesehen hat das ganz gut geklappt und viel Spaß gemacht. Eindrücke davon kann man auf den Bildern auf Expovita.de sehen. Dort sind auch die Ergebnisse dokumentiert. Natürlich haben wir als Verein aus dieser General­probe einige Optimierungs­aufgaben für 2017 mit­genommen. Daher möchte ich hiermit noch mal ein ganz herz­liches „Danke­schön“ an die Teilnehmer und das Regatta­team sagen, dass sie das Experiment „Expovita 2016“ mit gemacht und mit gestaltet haben!
„Nach der Expovita ist vor der Expovita“ und wir freuen uns auf zahlreiche Teilnahme, wenn es am ersten September­wochen­ende 2017 wieder heißt: „Start frei zur 44. Expovita-Regatta“

Bericht Andreas Heilmann • SVS 29er-Obmann     

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Fotos: Ulf Hillert • Jürgen Dutschke • Toni Oehmigen für Seglerverein.de    

Weiterführende Links:
• Regattafotos
• Ergebnisse
• Regattabericht im Blog von Lara Peuker und Lisa Heinrich
• Regattabericht auf der Webseite der All on Sea Youngsters
• Regattabericht auf der Webseite vom Segelclub Dresden-Wachwitz e.V.

 

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